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Felidae


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Klaus Maria Brandauer

Ulrich Tukur

Mario Adorf

Uwe Ochsenknecht

Themis-Athena's Review

icon Schrecken jenseits von Aristocats

[Note to this site's English speaking visitors: The following review is written in German, as the movie itself is a German production currently unavailable for purchase outside Germany (at least from major sellers such as, for example, Amazon.com, Amazon.co.uk., Barnes & Noble etc.); and while the recently-released region 2 DVD does have an English language track, I'm not sure the actual movie was ever originally released outside Germany. However, the review on this page is substantially a translation of my review of the corresponding book, which you will find here. Enjoy!]

Katzen sind uns Menschen haushoch überlegen; da können Sie jeden Hund fragen. Aber macht sie das auch zu edleren Lebewesen? Nicht unbedingt, wie Francis, der vierpfotige Held dieser Geschichte, bald entdecken muss, nachdem er mit seinem menschlichen Kumpel Gustav ein neues Heim bezogen hat. Da ihm die Laborgerüche ihres neuen Hauses auf die Nerven gehen – und weil er ohnehin 'mal seine neue Umgebung erkunden will – macht er sich auf den Weg nach draußen ... und stolpert prompt über eine tote Katze und, als Folge dieser Entdeckung, bald auch über den Typen, der mit sofortiger Wirking zu seinem neuen besten Freund wird – den bärbeißigen alten Kater Blaubart. Und wie Blaubart unserem Francis erklärt, ist das bei weitem nicht die erste tote Katze, die es in letzter Zeit in der Gegend gegeben hat. Ganz im Gegenteil, "kalte Säcke" (Katzenleichen) tauchen hier neuerdings in geradezu alarmierenden Zahlen auf, und alle sind sie schnell und fachmännisch durch einen Biss in den Hals erledigt worden. Und irgendwie scheint diese furchterregende Epidemie mit der Ankunft einer neuen, wild-exotischen, sich selbst als "sehr alt aber zugleich auch sehr neu" bezeichnenden Spezies von Felidae zusammenzuhängen, deren Weibchen, wie Francis sehr bald am eigenen Leibe herausfinden soll, ebenso verführerisch sind wie sie leicht zum Todesengel für jeden Kater werden können, der sich auf ihr riskantes Spiel einlässt.

Gehetzt von Lokalmatador King Kong und seinen zwei hirnlosen Handlangern Hermann 1 und Hermann 2, und verfolgt von einem Albtraum, in dem er von Puppenspieler Gregor Mendel umhergeschleudert wird (dem österreichischen Mönch, der die biologischen Grundlagen der Genvererbung entdeckte), stößt Francis schließlich auf eine Geheimsekte, die einen gewissen Claudandus verehrt, den geheimnisvollen Retter aller Katzen vor dem Elend ihres irdischen Schicksals. Claudandus als einzigem gelang es nämlich, einer Serie grausamer Experimente zu entkommen, die einstmals in just dem Haus stattfand, das Francis nunmehr sein Zuhause nennt. Aber obwohl die Mitglieder der Sekte sein Andenken durch ein makabres Ritual ehren, in dem sie mitten in den elektrischen Strom hineinspringen, der aus zwei sich gegenüberliegenden offenen Kabeln kommt – und dabei fast gebraten werden – ist dies nicht die Hauptursache der Dezimierung der örtlichen Katzenbevölkerung; wenn auch die Figur des Claudandus zweifelsohne irgendetwas damit zu tun haben muss. Da sein menschlicher Kumpel und (in Blaubarts Jargon) "Dosenöffner" Gustav und auch dessen bester Freund Archie sich einen feuchten Kehrricht um die Schrecken zu kümmern scheinen, die Francis hier mit ansehen muss, ist unser Katzendetektiv ganz auf sich alleine gestellt – das heißt, zumindest bis ihn Blaubart dem anderen "Klugscheißer" des Viertels vorstellt, einem Kater namens Pascal.

Intellingent und mit viel Verständnis für seine vierbeinigen Hauptpersonen geschrieben, nahm Akif Pirinçcis "Felidae" (1989) den deutschen Büchermarkt im Sturm und hat seitdem seine Fortsetzung in einer Reihe weiterer Romane gefunden. Francis ist ein Held, der es jederzeit nicht nur mit anderen Katzendetektiven wie etwa denjenigen von Rita Mae Brown und Lilian Jackson Braun aufnehmen kann sondern auch mit jedem menschlichen Detektiv. Unter der Regie von Michael Schaack auf die (gezeichnete) Leinwand gebannt, eroberte auch der Film über die "Schrecken jenseits von Aristocats," wie Francis seine Erlebnisse einmal selbst bezeichnet, einige Jahre später die Kinos des Landes und ist nun endlich (wieder!) auch auf DVD erhältlich. Und die deutschsprachige Schauspielerprominenz ließ sich nicht zweimal bitten, bei dem Projekt dabeizusein: Neben Ulrich Tukur, der Francis seine Stimme lieh, wirkten u.a. Mario Adorf (Blaubart), Helge Schneider (Felidae-Totenwächter Jesaja), Uwe Ochsenknecht (Archie) und Wolfgang Hess (King Kong) mit – und natürlich Klaus Maria Brandauer, dessen Casting als Pascal allerdings dermaßen offensichtlich in die typische Brandauer-Kerbe schlägt (man denke nur an "Mephisto", "Oberst Redl" und "Hanussen"), dass ich denjenigen, die die Geschichte noch nicht kennen, dringend empfehlen würde, erst das Buch zu lesen, bevor sie den Film sehen; ich könnte mir vorstellen, dass der sonst allzu leicht und zu früh eintretende "Aha"-Effekt den Sehspaß nicht unerheblich einschränkt. Für mich jedenfalls tat es der Geschichte keinen Abbruch, dass ich sie beim Betreten des Kinos schon kannte; eher im Gegenteil!

Schade finde ich es im übrigen auch, dass es bislang bei der Verfilmung der ersten Felidae-Geschichte geblieben ist. Dabei gibt's doch inzwischen vier weitere Romane in der Serie (der neueste, "Salve Roma", ist gerade erst im Jahre 2004 erschienen). Wie wärs also, meine Damen und Herren – Fortsetzung folgt?!


For further information consult:

"Felidae" at the Internet Movie Database (IMDb)

Themis-Athena's Akif Pirinçci page

Klaus Maria Brandauer's official website (in German)

Helge Schneider's official website (in German)

Themis-Athena's select bibliography, discography and filmography of all things feline

Themis-Athena's guide to cat ownership